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TOLDOT

Die Wahl liegt bei uns

Auslegung von Rabbiner Moshe Navon

Unser Wochenabschnitt erzählt von der Geburt von Zwillingsbrüdern. Nach der Thora waren diese Kinder die Frucht des Gebets von Isaak, weil Rebekka, seine Frau, unfruchtbar war. Als die Zwillinge mit einander im Schoß ihrer Mutter kämpften, kam die Zeit Rebekkas, mit dem Ewigen zu sprechen. Und der Ewige teilt ihr mit, dass der Ältere dem Jüngeren dienen wird. Der ältere Bruder erhält den Namen Esau bzw. in Hebräisch Esaw, und der jüngere heißt Jakob bzw. Jaakow.

Nach dem antiken Gesetz gehörte dem erstgeborenen Esau ein besonderer Segen des Vaters, aber sowohl der Ewige als auch die Rebekka wissen, dass Jakob die gesegnete Fortsetzung seines Vaters wird. Sie wissen es, aber Jakob wird das noch beweisen müssen. Die Tora beschreibt, dass der hungrige Esau auf sein Erstgeburtsrecht verzichtet. Das Brot war für ihn wichtiger als der Segen des Vaters. „Also verachtete Esau die Erstgeburt“ (Genesis / Bereschit 25:34).

Was sagt uns diese Geschichte, die vor mehr als dreitausend Jahren geschah, heute?

Heute gibt es viele Streitigkeiten, wer Jude in Bezug auf seine Geschlechtsregister ist. Schauen Sie sich bitte an: Jakob und Esau wurden bei Isaak und Rebekka geboren, die beide Hebräer waren. Jedoch wurde Jakob zum Fortsetzer des jüdischen Geschlechts und nicht Esau, obwohl das ganze Recht auf Esaus Seite war. Deswegen, obwohl wir dank unserer Eltern diesem Volk angehören, bleibt das letzte Wort bei unserer Wahl: Werden wir zur Fortsetzung dieses Volkes oder nicht? In unserem konkreten Fall bedeutet das eine aktive Teilnahme am Leben unserer Gemeinde. Und wenn wir zu faul sein werden, diese Wahl zu treffen, so werden die anderen diese Wahl für uns treffen, wie das mit Esau geschah.

Mögen wir uns bemühen, so weise wie Jakob zu sein, damit es uns, unseren Kindern und unseren Mitmenschen gut geht: „Ein Volk ist seiner Geschichte treu, wenn es sein Ideal verwirklicht und wenn der Geist, ein Teil der Spiritualität der Menschheit, in ihm lebt. So lebt ein Volk gerecht, in derselben Weise wie ein Mensch gerecht lebt. (...) Das Volk kann neu geboren werden und kann sich erneut finden, nachdem es sich verloren hatte. (...) Dies ist die geschichtliche Wirklichkeit.“ (Aus einem Vortrag, den Leo Baeck am 15. Juni 1944 im Ghetto-KZ Theresienstadt hielt, siehe Elena Makarova, University Over The Abyss, 2000, übers. v. Elmar Lehmann)

23.11.2023 Artikelarchiv >>
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