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Rabbiner Henry Brandt wird Ehrenbürger von Augsburg

Gewürdigt werden die Verdienste des 87-Jährigen um die Aussöhnung der Religionen. „Henry Brandt steht für praktische Lösungen im täglichen Leben und ist damit Vorbild. Vergeben oder Vergessen ist seine Sache nicht“, heißt es in der Begründung, „aber Brandt verkörpert glaubhaft und zuverlässig die zur Versöhnung ausgestreckte Hand. Er hat die Synagoge für die Stadt geöffnet. Er machte und macht das Judentum verständlich und in Augsburg zu etwas Selbstverständlichem.“

Brandt war Landesrabbiner der jüdischen Gemeinden von Niedersachsen mit Sitz in Hannover und Landesrabbiner von Westfalen-Lippe in Dortmund. 2004 kam Brandt nach Augsburg. Die israelitische Gemeinde war zum damaligen Zeitpunkt zerstritten, es gab Spannungen zwischen den alteingesessenen Gemeindemitgliedern und Neumitgliedern, die aus der früheren Sowjetunion nach Augsburg gekommen waren. Brandt verstand es, Brücken zu bauen.
Das würdigt die Stadt in ihrer Ernennung zum Ehrenbürger: „Seit Beginn seiner Tätigkeit als Gemeinderabbiner in Augsburg hat er die Arbeit des Jüdischen Kulturmuseums mit großer Aufmerksamkeit begleitet. Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Museum ein Ort der Begegnung von Nichtjuden und Juden jeden Alters geworden ist.“ Und es heißt weiter: „Die Auszeichnung mit der Ehrenbürgerwürde ist Dank an sein Lebenswerk und Ermutigung an alle, seinem Beispiel zu folgen und sein Anliegen weiterzutragen.“
Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde findet zu einem späteren Zeitpunkt statt.

Auszüge aus der Augsburger Allgemeinen (M. Hörmann). Siehe auch das Filmporträt des Bayerischen Rundfunks (A. Roth) auf dieser Website sowie weitere biographische Informationen in der Rubrik „Rabbiner & Rabbinerinnen“.

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