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Jüdische Theologie

An der Universität Potsdam startet im Oktober der bundesweit erste Studiengang für jüdische Theologie. Die 40 Studienplätze für das erste Semester seien bereits weitgehend vergeben, sagte Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos) am Montag (30.9.) in Potsdam. Die Ausbildung jüdischer Theologen wie Rabbiner und Kantoren direkt an der Universität sei "etwas Außergewöhnliches" in Deutschland und komme einem Quantensprung gleich.

Vor allem das 1999 gegründete Rabbinerseminar Abraham-Geiger-Kolleg, das mit der Universität Potsdam kooperiert, hat sich seit Jahren intensiv um die Aufnahme der jüdischen Theologie in die regulären Universitätseinrichtungen bemüht. Auch der Wissenschaftsrat von Bund und Ländern hatte 2010 die Gleichstellung der jüdischen mit der evangelischen und katholischen Theologie an den Hochschulen empfohlen.

Die Studierenden an der neuen "School of Jewish Theology" kommen nach Angaben der Universität unter anderem aus Polen, Israel, Russland, Ungarn, Deutschland, den USA, Frankreich, Schweden und Norwegen. Veranstaltungen im Fach jüdische Theologie könnten nun erstmals von allen Studierenden besucht werden, betonte die Ministerin. Bislang wurden theologische Fragen vor allem am Abraham-Geiger-Kolleg behandelt.

Neuer Kooperationspartner für die "School of Jewish Theology" ist neben dem liberalen Abraham-Geiger-Kolleg das konservative Zacharias-Frankel-College. Damit werde nun in Potsdam neben dem reformjüdischen auch ein sogenanntes Masorti-Rabbinat und in Zusammenarbeit mit der Weimarer Hochschule ein jüdisches Kantorenstudium an der Universität möglich gemacht, betonte Kunst. "Diese bunte Mischung bietet sonst niemand", sagte die Ministerin.

epd Potsdam

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