Pressemitteilung
Der Vorstand der Allgemeinen Rabbinerkonferenz (ARK) nimmt mit größter Irritation die gemeinsame Pressemitteilung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und der Union progressiver Juden (UpJ) zur Kenntnis, wonach diese ein von der ARK unabhängiges Rabbinatsgericht (Bet Din) gegründet haben.
Wir stellen klar, dass sich die ARK seit ihrer Gründung 2005 als Vertretung des liberalen Rabbinates versteht und ein Allgemeines Bet Din betreibt, das für Statusfragen, Konversionen und andere Anliegen liberaler Jüdinnen und Juden in Deutschland zuständig ist. Behauptungen, es wäre in der Vergangenheit nicht genug auf die Bedürfnisse der liberalen Juden Rücksicht genommen worden, weisen wir als gegenstandslos zurück.
Das Vorgehen der UpJ und Berliner Gemeinde hat keinerlei religiöse oder inhaltliche Gründe, sondern ist allein als ein weiteres Scharmützel ihres Kampfes gegen den Zentralrat der Juden zu sehen. Wir stellen fest, dass die Anhängerschaft um die Skandalperson Walter Homolka weiterhin einen Keil in die liberaljüdische Welt treiben will, was der Vorsitzende der Berliner Gemeinde für sein eigenes Machtspiel ausnutzt. Hierzu gehört u.a. die Nichtanerkennung von demokratischen Wahlergebnissen. So hat der innerhalb der ARK nicht wieder gewählte, ehemalige Koordinator des Bet Din, der Berliner Gemeinderabbiner und Homolka-Anhänger Jonah Sievers, seit seiner Abwahl am 30.11.2025 die routinemäßigen Zusammenkünfte des Bet Din der ARK in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin mit inakzeptablen Bedingungen torpediert. Um den Konflikt nicht auf dem Rücken der liberalen Jüdinnen und Juden in Berlin auszutragen, ist der ARK-Vorstand den Berliner Bedingungen teilweise entgegengekommen. Die Neugründung eines von der ARK unabhängigen, sogar gegen sie gerichteten Bet Din beweist jedoch, dass die Homolka-Anhängerschaft von vornherein nicht gewillt ist, die Situation zu befrieden.
Wir stellen im Weiteren klar, dass sich die ARK-Rabbiner und -Rabbinerinnen nach der Satzung der ARK verpflichten, die Entscheidungen des Allgemeinen Bet Din zu respektieren und „nicht in einem anderen Bet Din in Deutschland“ mitzuwirken. (Satzung der ARK, § 4, Abs. 6). Die von ARK-Mitgliedern betriebene Neugründung eines von der ARK unabhängigen Bet Din ist danach ein klarer Bruch mit der Satzung. Wir raten allen Mitgliedern der ARK, sich an diesem durchsichtigen Spaltungsmanöver nicht zu beteiligen. Ein Mitwirken in einem anderen Bet Din in Deutschland ist mit einer Mitgliedschaft in der ARK unvereinbar. Wir würden es zutiefst bedauern, wenn mit dem Vorgehen der UpJ und der Jüdischen Gemeinde zu Berlin Kolleginnen und Kollegen in der ARK unter Druck gesetzt werden.
Zum Schluss sei gesagt, dass die Anerkennung der Konversionen beim Bet Din in Bezug auf die Alija nach Israel noch nie von einem Votum der UpJ abhängig gewesen war, wie diese jetzt behauptet. Vielmehr sind die Konversionsdokumente der ARK in Verbindung mit der Erklärung des/der jeweils betreuenden Rabbiners/Rabbinerin akzeptierte Grundlagen für die Alija. Als ARK-Vorstand verwahren wir uns schärfstens gegen Gerüchte, die Giur-Dokumente der ARK könnten in Israel nicht anerkannt sein.
Der Vorstand der
Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschland (ARK)
Rabbinerin Prof. Dr. Elisa Klapheck
Rabbiner Nils Ederberg
Rabbiner Dr. Daniel Katz
18. Mai 2026
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