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PREISE

Rabbiner Gábor Lengyel erhielt den Deutschen Dialogpreis

Rabbinerin Elisa Klapheck erhielt den Marie-Juchacz Frauenpreis

Noch Ende November 2023 wurde Rabbiner Dr. Gábor Lengyel vom Bund Deutscher Dialoginstitutionen mit dem Deutschen Dialogpreis ausgezeichnet. Der Preis geht an Personen und Vereine, die in der Dialogarbeit aktiv sind. Dialogarbeit bezeichnet den Versuch, Hass und Vorurteile ab- und Freundschaften aufzubauen, um ein friedliches gesellschaftliches Zusammenleben zu fördern. Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden für ihr herausragendes Engagement in fünf unterschiedlichen Kategorien ausgezeichnet. Kadir Boyaci, Generalsekretär des BDDI, betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der Veranstaltung: „Ich bin davon überzeugt, dass es in einer Zeit voller Konflikte umso wichtiger ist, die zu ehren, die sich für Versöhnung einsetzen“, so Boyaci.

Die Veranstaltung fand im Steigenberger Hotel am Kanzleramt in Berlin statt und stand unter dem Motto „Dialog – Gemeinsames entdecken, Unterschiede respektieren“. Die Gesellschaft müsse wieder mehr ins Gespräch miteinander kommen, so der Leitgedanke. Die Preisträgerinnen und Preisträger haben das in ihrem Leben und in ihrer Arbeit auf ganz unterschiedliche Art gefördert: die ehemalige Nationalspielerin und DFB-Funktionärin Steffi Jones beispielsweise durch den Sport, der Verein HÁWAR.Help e.V. der Schwestern Düzen und Tuğba Tekkal durch ihren politischen Einsatz für Frauen im Irak, Iran und Afghanistan.

Besonders erinnerungswürdig war der Auftritt des Rabbiner Gábor Lengyel, der von seinem muslimischen Freund Erkan Koç einen Preis für seinen Einsatz im interreligiösen Dialog überreicht bekam. Koç berichtete in seiner Laudatio von einer Krebsdiagnose, nach der Lengyel enger als eigene Familienmitglieder für ihn da gewesen sei. Lengyel, der als Holocaustüberlebender 1941 im Ghetto in Budapest geboren worden war, lebt den Dialoggedanken. Es geht ihm nicht um Nächstenliebe, wie er auf der Bühne betonte, denn es sei leicht den Nächsten zu lieben, der die gleiche Herkunft, Hautfarbe oder Religion habe. Er möchte Brücken zu denen bauen, bei denen nicht direkt klar ist, dass sie die Nächsten sind.

Siehe auch das Interview mit Rabbiner Gábor Lengyel unter “Rabbinische Kommentare”

Pressekontakt: Forum für Interkulturellen Dialog e.V.
E-Mail: kehl@fidev.org 

 

Marie-Juchasz Frauenpreis

„Für ihren unermüdlichen Einsatz für die Emanzipation der Frauen im Judentum, für ihren engagierten Beitrag zum jüdischen Leben in Deutschland und für ihr beeindruckendes Engagement für den Dialog zwischen Religion und Politik ehren wir heute Rabbinerin Prof. Dr. Elisa Klapheck“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei der Feierstunde in Mainz, zu der sie am Weltfrauentag eingeladen hatte. Die Ministerpräsidentin unterstrich bei der Preisverleihung die Bedeutung des 8. März. Der Tag biete Gelegenheit, die Errungenschaften der Frauenbewegung zu feiern und zugleich auf die anhaltenden Ungerechtigkeiten, Diskriminierungen und Gefahren aufmerksam zu machen. „Dazu gehört das erschreckende Ausmaß an geschlechtsspezifischer Gewalt. Tagtäglich werden Frauen weltweit Opfer von Gewalt und Sexismus“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie hob insbesondere die systemische Vergewaltigung als Kriegswaffe hervor, sie erhalte bis heute nicht genügend Aufmerksamkeit. Auch die Hamas habe bei dem brutalen Überfall und ihren Morden an Juden und Jüdinnen unvorstellbare Grausamkeiten gerade an Mädchen und Frauen verübt. „Am internationalen Frauentag sind wir es den Opfern schuldig, die geschlechtsspezifische Ausprägung dieses menschenverachtenden Verbrechens in das allgemeine Bewusstsein zu rücken und auf das Schärfste zu verurteilen. Deshalb unterstütze ich die Kampagne BelieveIsraeliWomen“, betonte die Ministerpräsidentin.

Gerade jetzt seien Persönlichkeiten wie Elisa Klapheck wichtig, die für einen kritisch-konstruktiven Dialog werben und neue Sichtweisen in die politischen und gesellschaftlichen Diskussionen einbringen. „Ich danke Ihnen dafür, dass Sie sich mit unglaublichem Engagement dafür einsetzen, die jüdische Perspektive in die gesellschaftlichen Debatten einzubringen. Sie schaffen Räume für den Austausch und führen Menschen zum Dialog und zur Diskussion zusammen“, so die Ministerpräsidentin.

Elisa Klapheck wurde 1962 in Düsseldorf geboren und wuchs in Deutschland sowie den Niederlanden auf. Sie ist Rabbinerin des Egalitären Minjan, der liberalen Gemeinschaft in der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main, und Professorin für Jüdische Studien an der Universität Paderborn. Außerdem ist sie als Autorin tätig und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, unter anderem „So bin ich Rabbinerin geworden. Jüdische Herausforderungen hier und jetzt“.

Der Frauenpreis der Ministerpräsidentin wurde 2019 anlässlich des 100. Jahrestags der Einführung des Frauenwahlrechts erstmalig verliehen. Bisherige Preisträgerinnen sind Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit (2019), Marlies Krämer (2020), Claudia Neumann (2021) Jutta Allmendinger und Rita Süssmuth (2022) sowie Golineh Atai (2023). Mit dem Namen des Preises erinnert Ministerpräsidentin Malu Dreyer auch an die frauenpolitische Vorreiterinnenrolle und die Verdienste von Marie Juchacz, die als Abgeordnete in der Weimarer Nationalversammlung als erste Frau eine Rede hielt. Vorgeschlagen werden die Preisträgerinnen von einer Expertinnen-Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Kultur sowie Vertreterinnen verschiedener Gremien aus dem Bereich der Gleichstellung und Frauenpolitik unter Vorsitz der Ministerpräsidentin.

Pressemitteilung, 8. März 2024
Rheinland Pfalz, Die Landesregierung

 



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