hauptmotiv

ARK erstmals mit Frau an der Spitze

»Auf zu neuen Ufern und neuen Themen« - das ist das Programm der Frankfurter Rabbinerin Elisa Klapheck. Sie sorgt jetzt für eine Premiere in einem hohen Amt in der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland

von Leticia Witte, Jüdische Allgemeine 02.07.2023

Mit Elisa Klapheck steht zum ersten Mal eine Frau an der Spitze der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschland (ARK). Der neue Vorstand wählte die Frankfurter Rabbinerin am Freitag in seiner konstituierenden Sitzung einstimmig zur Vorsitzenden, wie die ARK in Berlin nun mitteilte.

Erster stellvertretender Vorsitzender ist der Berliner Rabbiner Andreas Nachama, der bisher Vorsitzender des Gremiums war. Zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden wurde Rabbiner Nils Ederberg gewählt, der für das Militärrabbinat in Hamburg tätig ist. Vorangegangen waren am Mittwoch vorgezogene Wahlen.

In der ARK als Gremium des Zentralrats der Juden in Deutschland sind Rabbinerinnen und Rabbiner aus nicht-orthodoxen Strömungen organisiert. Gegründet wurde sie im Jahr 2005. Daneben gibt es noch die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD).

Dass nun erstmals eine Frau ARK-Vorsitzende ist, sei ein »deutliches Zeichen«, sagte Nachama. »Ich finde, das ist eine schöne Wendung, und es war lange an der Zeit.« Er selbst stand vier Jahre an der Spitze.

Rabbinerin Klapheck sprach von einem Neuanfang: »Auf zu neuen Ufern und neuen Themen«, betonte sie. Sie wolle auch einer neuen Generation Gehör verschaffen und deutlich machen, dass das Judentum vielschichtig ist. »Wir wollen ein Vorstand sein, der die Kräfte zusammenbindet.«

Die ARK wolle sich künftig auch weiter zu aktuellen Themen äußern, etwa zu patrilinearen Juden, die einen jüdischen Vater, aber eine nichtjüdische Mutter haben und damit nach der Halacha nicht jüdisch sind - sofern sie nicht zum Judentum übergetreten sind. Hinzu kämen noch weitere aktuelle Themen, die das Judentum herausforderten.

Die aus Düsseldorf stammende Klapheck, Jahrgang 1962, ist Rabbinerin des Egalitären Minjan in der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main. Dabei handelt es sich um eine Synagogengemeinschaft von liberalen Jüdinnen und Juden mit etwa 150 Anhängern. Klapheck ist darüber hinaus unter anderem Professorin für Jüdische Studien an der Universität Paderborn.

Sie ist außerdem im Vorstand eines neuen Verbandes für liberale jüdische Gemeinden und Gruppierungen. Der Egalitäre Minjan gehört zu den Gründungsmitgliedern des Jüdischen Liberal-Egalitären Verbandes (JLEV). Daneben besteht die Union progressiver Juden in Deutschland (UpJ), die seit 1997 große Teile des liberalen Judentums organisiert.

Foto: Rafael Herlich

 

 



Artikelarchiv >>
Rabbiner & RabbinerinnenStrömungenPositionenBet DinPublikationenLinksImpressum
Bookmark für: Facebook
Home
logo der allgemeinen rabbinerkonferenz

© Allgemeine Rabbinerkonferenz
Meldungen

Pressemitteilung

Zur Gründung einer Ausbildungsstiftung für die liberale und konservative Rabbinatsausbildung

Die ARK unterstützt die Entscheidung des Zentralrates und der staatlichen Zuwendungsgeber zur Gründung einer Ausbildungsstiftung, die die Fortsetzung der liberalen und...

Lesen Sie mehr...

Wie kommt ein Jude in den Himmel?


Paraschat Haschawua

KI TISSA

Auslegung von Rabbiner Pal

Zum Greifen nah

Das Volk schuf das Goldene Kalb, weil es sich nach einem sichtbaren Gott sehnte

Der letzte Teil des Buches Exodus beschäftigt sich vorrangig mit der Frage, wie die Beziehung zwischen den Menschen und Gott aufgebaut ist. Die Antwort darauf beginnt bereits im vorletzten Wochenabschnitt Teruma.

Der beschreibt die komplizierte Konstruktion des...

01.03.2024   Lesen Sie mehr...