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Erklärung der ARK

Gleichberechtigung an der Kotel

Bei ihrer Sitzung am 8. März 2026 hat die ARK eine Erklärung für Gleichberechtigung an der Jerusalemer Kotel verabschiedet und dem israelischen Botschafter Ron Prosor übermittelt. Auch wenn der Krieg gegen das israelfeindliche Regime im Iran die Schlagzeilen übernommen hat, bleibt das Engagement für die demokratische Rechtsstaatlichkeit in Israel eine oberste Priorität auch für die Mitglieder der ARK.

Erklärung 

Am 25. Februar hat die israelische Knesset einen Gesetzentwurf des Abgeordneten Avi Maoz mit 56 zu 47 Stimmen angenommen, der die Jerusalemer Kotel (Westmauer) unter die ausschließliche Kontrolle des haredischen (ultraorthodoxen) Oberrabbinats stellen will. In der Konsequenz könnten egalitäre Gebete, auch im südlichen Bereich der Mauer (Robinson’s Arch), unterbunden werden und als „Entweihung des Ortes“ mit bis zu sieben Jahren Gefängnis bestraft werden.

Alle liberalen und nichtorthodoxen Richtungen des Judentums sehen darin einen gefährlichen Vorstoß, der sich gegen Klal Jisrael“ (jüdische Einheit) und religiösen Pluralismus richtet. Die „Women of the Wall“, die sich für gemeinschaftliche Gebete von Frauen an der Kotel einsetzen, sprachen von einem „schwarzen Tag für den Staat Israel“.

Wir, die Mitglieder der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschlands schließen uns dem Protest an. Wir beobachten mit großer Sorge die fortgesetzten Vorstöße bestimmter Parteien in der israelischen Knesset, die darauf abzielen, Jüdinnen und Juden zu diskriminieren, deren religiöse Auffassungen nicht ihren Vorstellungen entsprechen. Die Kotel muss als Ort des kollektiven jüdischen Gedächtnisses allen Jüdinnen und Juden – ob orthodox oder liberal – zugänglich sein. Es müssen Gebetsmöglichkeiten für diejenigen bestehen, die ein egalitäres Menschenbild vertreten. Wir rufen die israelische Regierung auf, sich ihrer Verantwortung gegenüber dem jüdischen Volk, Am Jisrael, in seiner Gesamtheit, bewusst zu sein. 

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