hauptmotiv

Schabbatruhe

Appell der ARK an die Kultusministerkonferenz

Anfang Oktober 2019 hat die Allgemeine Rabbinerkonferenz gegen die Diskriminierung jüdischer Studierender beim Test für Medizinische Studiengänge (TSM) protestiert. Anlass war die neue Regelung, wonach die bundesweit einmal jährlich durchgeführte Prüfung für medinizischen Studiengänge samstags stattfindet, also am Schabbat - das nächste Mal am 9. Mai 2020. Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama machte die Kultusministerkonferez darauf aufmerksam, dass dies eine Diskriminierung jüdischer Studienbewerber und -bewerberinnen aufgrund ihrer religiösen Anschauungen bzw. ihrer religiösen Praxis darstellt. Er schrieb an den Generalsekretär der KMK, Udo Michalik: "Der Schabbat ist ein Tag der Ruhe; das jüdische Religionsgesetz fordert, dass jegliche produktive Arbeit unterlassen werden soll. Dazu gehört auch das Schreiben."
Der Test spielt ab 2020 an fast allen medizinischen, zahnmedizinischenund tiermedizinischen Fakultäten im jeweiligen Vergabeverfahren eine wichtige Rolle. Er kann die Zulassungschancen zum Medizinstudium erheblich verbessern; zudem gilt für die Vergabe der Studienplätze, dass die Abiturnote an Bedeutung verlieren und der TMS an Bedeutung gewinnen wird.
Für observante Juden und Jüdinnen ist eine Teilnahme an diesem Test grundsätzlich nicht möglich; einen Ersatztermin gibt es jedoch nicht. Die ARK fordert die Mitglieder der KMK auf, sich dafür einzusetzen, dass für Angehörige der jüdischen Religionsgmeinschaft ein chancengleicher Bildungszugang gewährleistet wird.

ARK-Mitteilungsblatt, Januar 2020

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