hauptmotiv

WAJISCHLACH

Verzeihung ist die Bedingung für Offenbarung

Auslegung von Rabbiner Navon

Unser Tora-Abschnitt beschreibt das Treffen Jakobs, nach seiner Rückkehr aus Charan, mit seinem Bruder Esau. Wie bekannt, war Jakob vor vielen Jahren gezwungen zu fliehen, weil er Angst hatte, dass Esau ihn töten wird. Jakob hat doch den Segen Esau „geklaut“. Jetzt ging Esau ihm entgegen mit einer Menge Leute, und Jakob hatte diesmal Angst nicht nur um sein eigenes Leben, sondern auch um das Leben seiner Familie. Aber Esau umarmte weinend seinen Bruder und wollte von ihm keine Geschenke annehmen.  Dann sagt ihm Jakob:
„Nicht doch, wenn ich doch Gnade fände in deinen Augen, dass du nehmest mein Geschenk aus meiner Hand. Weil ich nun einmal geschaut dein Antlitz, wie man schauet das Antlitz G‘‘ttes, und du hast mich gnädig angenommen, so nimm doch meinen Segen, der dir überbracht worden…“ (Bereschit 33:10-11).

Dann lernen wir aus diesem Abschnitt:
Die Tora verbietet uns, G‘‘tt als Mensch vorzustellen. Andererseits schuf uns G‘‘tt nach seinem Ebenbild, in Seiner Barmherzlichkeit. Als Jakob in den Augen seines Bruders die Verzeihung sah, erlebte er das Treffen mit seinem Bruder wie das Treffen mit dem Ebenbild G‘‘ttes.
Überall dort, wo die Menschen die Atmosphäre der Versöhnung und der gegenseitigen Verzeihung schaffen, dort offenbart sich der unfassbare  G‘‘tt Jakobs dem Menschen.

Deswegen steht die Frage nicht: „Existiert G‘‘tt oder nicht“, sondern, ob wir verzeihen und die Verzeihung annehmen können:
„Haben wir nicht alle einen Vater? Hat nicht ein G-tt uns geschaffen? Warum handeln wir treulos aneinander, um den Bund unserer Väter zu entweihen?“ (Maleachi 2,10).
Dass ist der sittliche Ausgangspunkt für Aufbau der jüdischen Gemeinden in Deutschland.


29.11.2013 Artikelarchiv >>
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