hauptmotiv

Internationaler Protest gegen österreichisches Israelitengesetz

Gegen die Novellierung des Israelitengesetzes in Österreich formiert sich immer breiterer internationaler Protest. Die Weltunion für liberales Judentum sowie sechs Rabbinerinnen aus Deutschland und Großbritannien wendeten sich in Briefen an die österreichische Bildungsministerin Claudia Schmied. Sie warnen vor massiven Diskriminierungen der liberalen Juden durch den orthodoxen Mehrheitsflügel in Österreich, der etwa keine Frauen als Rabbiner zulässt. Auch bei der rechtlichen Anerkennung von Übertritten gibt es Differenzen. Am Donnerstag stimmt der Bundesrat über das Gesetz ab, das bereits den Nationalrat passiert hat. In Österreich leben rund 6.900 Juden, davon sind 90 % nominell Orthodoxe und 10 % Liberale.

Die Novelle schreibt unter anderem fest, dass nicht mehr der Staat, sondern die Israelitische Religionsgesellschaft über Neugründungen von Kultusgemeinden entscheidet. Die Weltunion sowie die Rabbinerinnen appellieren an die Bildungsministerin, daher vor in Kraft treten der Gesetzesänderung die Gründung einer liberalen Kultusgemeinde zu genehmigen, um eine Gleichberechtigung des liberalen Judentums sicherzustellen. Zu den protestierenden Laien und Rabbinerinnen zählen Katharina Seidler, Direktoriumsmitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland, Gesa Ederberg aus Berlin, Yael Deusel aus Bamberg, Alina Treiger aus Oldenburg sowie die Londoner Oberrabbinerin Julia Neuberger.

Im März hatte die reformjüdische Gemeinde "Or Chadasch" (Neues Licht) einen Antrag auf Gründung einer liberalen Kultusgemeinde beim Ministerium gestellt, da sie sich in der bestehenden Wiener Kultusgemeinde von den Orthodoxen unterdrückt fühlt. Letztere erkennen beispielsweise keine Übertritte zum Judentum an, die ein Rabbinergericht unter Beteiligung von Frauen genehmigt hat. Solche "illegitimen" Konvertiten hätten nach dem neuen Gesetz kein Recht, die Schulen der bestehenden Kultusgemeinde zu besuchen oder auf deren Friedhof bestattet zu werden. Von den fünf österreichischen Kultusgemeinden ist die Wiener mit rund 6.500 Mitgliedern die mit Abstand größte.

Das neue Gesetz gewährt der Israelitischen Religionsgesellschaft rechtliche Autonomie. Sie fungiert als Körperschaft öffentlichen Rechts, die als Dachverband der einzelnen Kultusgemeinden ihre inneren Angelegenheiten selbstständig ordnet und verwaltet. So kann sie künftig selbst etwa über konfessionelle Schulen entscheiden und die Gründung von Kulturgemeinden. Vom Staat erhält die Religionsgesellschaft jährlich 308.000 Euro.

Berlin (KNA) 



Artikelarchiv >>
Rabbiner & RabbinerinnenStrömungenPositionenBet DinPublikationenLinksImpressum
Bookmark für: Facebook
Home
logo der allgemeinen rabbinerkonferenz

© Allgemeine Rabbinerkonferenz
Meldungen

Zu Rosch Haschana 5782

Wendung zum Guten 

von Rabbiner Andreas Nachama, Vorsitzender der Allgemeinen Rabbinerkonferenz

 

Ein schwieriges Jahr mit zahlreichen Herausforderungen geht zu Ende - Zeit für Umkehr

"Ein Jahr mit seinen Flüchen möge...

Lesen Sie mehr...

Verleihung der Moses Mendelssohn Medaille an den Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama


Paraschat Haschawua

HA'ASINU

Auslegung von Rabbinerin Klapheck

Kurz vorm Ende noch ein Lied

Warum die letzte Bestimmung Gottes an sein Volk gesungen werden soll

Wir sind fast am Ende der Tora. 40 Jahre sind die Israeliten durch die Wüste gezogen, Mosche resümiert in drei großen Reden noch einmal alle Höhe- und Tiefpunkte des langen, langen Weges aus der Sklaverei in die Freiheit.

Das Volk steht am Jordan und sieht auf der...

17.09.2021   Lesen Sie mehr...