hauptmotiv

Zum Urteil des Kölner Landgerichts zur Beschneidung von Jungen

Bei der Sitzung der ARK am 27. Juni 2012 nahm die ARK wie folgt Stellung:
"Mit Empförung hat die Allgemene Rabbinerkonferenz das Urteil eines deutschen Gerichts zur Beschneidung zur Kenntnis genommen. Wer die Beschneidung angreift, greift das Judentum inseinem Kern an. Seit 3.000 Jahren ist das Kindeswohl ein zentraler Wert des Judentums, der durch die Beschneidung nicht gefährdet wird."

Am Tag zuvor hatte der Zentralrat der Juden eine Presseerklärung zum Kölner Urteil mit folgendem Wortlaug herausgegeben:

"Der Zentralrat der Juden in Deutschland sieht im Urteil des Landgerichts Köln, das die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen als Körperverletzung bewertet hat, einen beispiellosen und dramatischen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann:
„Diese Rechtssprechung ist ein unerhörter und unsensibler Akt. Die Beschneidung von neugeborenen Jungen ist fester Bestandteil der jüdischen Religion und wird seit Jahrtausenden weltweit praktiziert. In jedem Land der Welt wird dieses religiöse Recht respektiert.“

Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert den Deutschen Bundestag als Gesetzgeber auf, Rechtssicherheit zu schaffen und so die Religionsfreiheit vor Angriffen zu schützen.
Nach jüdischer Tradition wird ein Kind männlichen Geschlechts am achten Tag seines Lebens beschnitten. Der Beschneidung (Brit mila) wird große Bedeutung beigemessen: Diese Ritual erinnert an den heiligen Bund, den Gott mit dem Stammvater Abraham geschlossen hat. Durch die Beschneidung des männlichen Gliedes wird das Kind in diesen Bund aufgenommen. Man kann die Beschneidung auf einen späteren Termin verschieben, wenn es dafür triftige, z.B. gesundheitliche Gründe gibt. Die Beschneidung wird von einem Arzt oder einem dafür zuständigen Kultusbeamten, dem Mohel, vorgenommen, der medizinische Kompetenz haben muss.
 
Frankfurt/Berlin, 26. Juni 2012/6. Tamus 5772"

Artikelarchiv >>
Rabbiner & RabbinerinnenStrömungenPositionenBet DinPublikationenLinksImpressum
Bookmark für: Facebook
Home
logo der allgemeinen rabbinerkonferenz

© Allgemeine Rabbinerkonferenz
Meldungen

Pessach im Zeichen von Corona

Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama

In diesen Tagen bleiben unsre Synagogen geschlossen. Pikuach Nefesch heißt die Rettung von Menschenleben in Gefahr – und so ist unsere Zeit und unser Zusammenleben augenblicklich zu verstehen. Jeder persönliche...

Lesen Sie mehr...

Rabbiner Andreas Nachama im Berliner Ratschlag für Demokratie


Paraschat Haschawua

ZAW

Auslegung von Rabbinerin Klapheck

Das Opfer für zu Hause

Warum der biblische Ritus des Sewach Sch’lamim ein Symbol für die jüdische Gemeinschaft ist

Wenn ich Mitglieder meiner Gemeinde frage, was ihnen das Gebet bedeutet, antworten viele mit dem Wort »Dankbarkeit«. Aber geht es in den Gebeten tatsächlich vor allem um Dankbarkeit?

Die Tora zählt in den ersten Kapiteln des 3. Buches Mose...

03.04.2020   Lesen Sie mehr...