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Archiv - Rabbinische Kommentare


Rosch Haschana 5778

Optimismus auf einer starken Basis

Rosch Haschana ist für uns Anlass zu einer selbstkritischen ausgewogenen Bestandsaufnahme und zu mutigen Entschlüssen

von Rabbiner Dr. h.c. Henry G. Brandt

"Möge das Jahr mit seinen Flüchen enden, möge ein neues Jahr mit seinem Segen einziehen." Mit diesem, in Israel oft ausgesprochenen Wunsch kommt der grundsätzliche Optimismus des Judentums zum Ausdruck; ein Optimismus, der auch...

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Der Monat Elul hat begonnen - Zeit, aufzuräumen

In diesem Monat ziehen wir Bilanz unseres individuellen Jahres – und schaffen so Platz für Neues

von Rabbiner Adrian Schell

In wenigen Wochen werde ich umziehen. Jeder, der schon einmal umgezogen ist, weiß, dass die Zeit vor dem eigentlichen Wohnungswechsel stressig werden kann. Man muss sich entscheiden, was man einpacken möchte, was man zurücklässt und was verschenkt werden kann. In den Wochen vor dem Umzug schmiedet man Pläne,...

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Jüdischer Religionsunterricht

von Rabbinerin Gesa Ederberg

Jüdischen Religionsunterricht in den allgemeinen öffentlichen Schulen zu erteilen, ist gut für unsere Kinder. Und es ist auch gut für die jüdische Gemeinschaft und gut für die Gesellschaft, in der wir leben. Weder der rein gemeindeinterne Religionsunterricht noch der vorgeblich weltanschaulich neutrale Ethik- und Lebenskundeunterricht bilden gleichwertige Alternativen. Was ist das Ziel jüdischer Bildung? Die Antwort...

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Überdosis Wärme

Die jüdische Tradition fordert Verantwortung für die Schöpfung.

2009 schrieb Rabbiner Tom Kučera einen Kommentar zum Klimagipfel in Kopenhagen 2009. An seiner Aktualität hat sich bis heute nicht viel geändert.

Was hat Paracelsus mit Kopenhagen zu tun? Der Philosoph und Arzt lebte im 16. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum und prägte den Satz: »All Ding’ sind Gift und nichts ohn’ Gift; allein die Dosis...

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SCHAWUOT

Tora ist kein Testament
Was die am Sinai erhaltene Weisung heute bedeutet – für Juden und Christen

von Rabbiner Andrew Aryeh Steiman

Wer Pessach feiert, und sei es nur mit einem Stückchen Mazze, sollte auch Schawuot feiern, und sei es nur mit einem Joghurt. Das wäre das Mindeste, und dazu konsequent, denn beide Feste bedingen beziehungsweise ergänzen einander: Zu Pessach feiern wir unsere körperliche Freiheit, zu Schawuot die...

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JOM HAAZMAUT

Gebete, Geschichte, Gesinnung
Was die verschiedenen Liturgien zum israelischen Unabhängigkeitstag bedeuten

von Rabbiner Konstantin Pal

Die jüdischen Gesetze, Traditionen und Bräuche sind im Gegensatz zu der weit verbreiteten Vorstellung nicht statisch. Sie entwickeln und verändern sich immer wieder aufs Neue. Der beste Beweis dafür ist die Megillat Taanit, ein rabbinisches Werk aus dem ersten Jahrhundert, welches von 35 ereignisreichen...

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Die Omerzeit - Blick nach vorn

Zwischen Pessach und Schawuot dominieren Tage der Trauer – doch es ist eine Periode des Aufbruchs

von Rabbiner Nils Ederberg

Aus dem jüdischen Kalender können wir viel über das Judentum lernen, denn in der Mischung aus Werk- und Feiertagen, aus Höhepunkten und ereignislosen Wochen, aus fröhlichen und traurigen Tagen sehen wir, wie Juden im Laufe der Geschichte die Welt wahrgenommen und sich in ihr eingerichtet haben. »Sfirat...

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First Lady, zweiter Blick

In der Purimgeschichte ist Königin Esther die Heldin – doch eigentlich lenkt ein anderer die Geschicke

von Rabbinerin Gesa S. Ederberg

Nicht Indianer, Cowboys, Prinzessinnen und Feen, sondern Mordechai und Königin Esther! Die Hauptpersonen der Esthergeschichte prägen jüdische Kindheiten, denn zu Purim verkleidet man sich, und besonders gerne natürlich als die Helden oder Bösewichter der zugrunde liegenden Geschichte. Überall...

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Tu Bischwat

Die Besser-Esser

von Rabbinerin Gesa Ederberg

Sich bewusst zu machen, dass Nahrung keine Selbstverständlichkeit ist, sondern dass es menschlicher Arbeit und göttlicher Kraft bedarf, ist Sinn und Zweck des einfachsten jüdischen Gebetes, jeder Bracha, die wir vor dem Essen sprechen. Die Notwendigkeit des Nachdenkens ist schon gegeben, wenn wir wissen müssen, ob eine bestimmte Frucht aus der Erde stammt oder am Baum wächst.

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Cherem - Bann - Ausschluss

Religiöse Begriffe aus der Welt des Judentums

von Rabbinerin Antje Yael Deusel

Überall, wo Menschen zusammenleben, gibt es Probleme. Manchmal bedrohen diese Probleme gar die Existenz der Gemeinschaft. Während zu Mosches Zeiten der Aufstand von Korach und seinen Anhängern noch dadurch ein Ende fand, dass sich die Erde auftat und die Frevler verschlang, sind wir seither auf andere Wege angewiesen, unsere jüdische Gemeinschaft von innen heraus...

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Impfen als Mizwa

Der Schutz vor hochansteckenden Krankheiten ist nicht nur medizinisch geboten, sondern auch eine religiöse Pflicht

von Rabbiner Andrew Aryeh Steiman und Eyal Arnon

In einer Demokratie werden Entscheidungen oft als Ergebnis einer Güterabwägung getroffen und umgesetzt. Das Wohl vieler soll dabei möglichst ohne Nachteil für einige wenige erreicht werden. Nach diesem Muster finden auch medizinische und halachische Entscheidungsprozesse statt.
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Brauchen wir ein Oberrabbinat?

von Rabbiner Henry G. Brandt

(Pro & Contra Debatte in der Jüdischen Allgemeinen)

Zwei Juden, drei Meinungen«, besagt ein bekanntes Sprichwort. Unsere jüdischen Gemeinden in Deutschland sind autonom, und das ist gut so. Das Judentum ist, anders als manch andere Religion, nicht hierarchisch gegliedert, es gibt keine unliebsamen und unpassenden Vorschriften von oben – wie praktisch, wie sympathisch, wie zeitgemäß! Selbstbestimmung...

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Im Sog der Gier

von Rabbiner Boris Ronis


»Einer, der Geld liebt, wird vom Geld niemals satt.« (Kohelet 5,9)

Wir lesen in letzter Zeit viel über die Themen Schwarzgeld und Steuerhinterziehung. Das hat damit zu tun, dass in den vergangenen Wochen zahlreiche Prominente der Steuerhinterziehung überführt wurden und reumütig bekennen mussten, wie falsch es gewesen sei, große Summen bei Schweizer Banken gebunkert zu haben.

Besonders...

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Israelberuf

Zu den Jamim Noraim
von Rabbiner Jonah Sievers

Woher kommen Sie? Was machen Sie? Wer sind Sie?

Wie oft haben Sie diese Fragen schon anderen gestellt, wie häufig mussten Sie diese Fragen schon beantworten? Ich nehme an, dass dies sehr häufig der Fall war. Oft stellen wir diese Fragen relativ schnell, wenn wir jemanden kennengelernt haben, um etwas Wesentliches über diese Person zu erfahren, um sie, so meinen wir, richtig einschätzen zu...

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Schul statt Couch

Die Hohen Feiertage sind die beste Therapie. Sie sprechen ein tiefes seelisches Bedürfnis an

von Rabbinerin Elisa Klapheck

An den Hohen Feiertagen sind die Synagogen so voll wie sonst nie im Jahr. Zu diesem Phänomen gibt es zwei Ansichten: Nach der einen sind die Hohen Feiertage die ungünstigste Gelegenheit, wieder einmal einen jüdischen Gottesdienst zu erleben, weil man gerade dann mit einer Überdosis an Religion konfrontiert wird. Nach der...

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Ferien ade - zum Glück gibt es Schabbat

Nur die Ruhe - Die Kirchen können vom Judentum lernen, dass man den arbeitsfreien Sonntag nicht per Gesetz erzwingt

von Rabbiner Andreas Nachama


Ferien ade. Der hektische Alltag hat uns wieder. Aber zum Glück gibt es ja den wöchentlichen Feiertag. Da ist Zeit, sich auszuruhen und die Seele baumeln zu lassen. Doch wie lange noch? Die Kirchen beklagen, dass immer mehr Gewerbe immer häufiger auch sonntags arbeiten – und das, obwohl...

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Von der Stammesgesellschaft zur Europäischen Union

von Rabbinerin Elisa Klapheck

Bei all dem Bashing gegen Europa und die EU kommt mir in diesen Tagen immer wieder die große politische Leistung der Tora in den Sinn. Damals gab es nicht verschiedene Nationalstaaten, die in einem komplizierten Vertragssystem eine Solidargemeinschaft bildeten. Damals gab es zwölf Stämme – jeder mit einer eigenen Identität, eigenen Gepflogenheiten und auch einem eigenen Stammvater: Ruben, Simon, Levi, Juda – wir...

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Brexit

Verantwortung tragen

Jüdische Allgemeine, 7.7.2016

Direkte Demokratie funktioniert nicht immer. Das hätten Johnson, Cameron & Co. von Moses lernen können

von Rabbiner Andrew Aryeh Steiman

Nun ist das Referendum schon zwei Wochen alt, und immer noch hadern die Briten mit dem Brexit-Votum. Und im Nachhinein möchte man sagen: Hätte sich David Cameron bloß an Moses ein Beispiel genommen! Auch Moses...

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ZIMZUM

Religiöse Begriffe aus der Welt des Judentums

von Rabbinerin Antje Yael Deusel

Es ist eines der faszinierendsten Geheimnisse der Menschheit: Wie entstand das All? Wie entstand
unsere Welt? Geschah es durch den großen Urknall, oder war es das Gegenteil davon, nämlich
Zimzum?
Beide Vorstellungen gehen von einem anfänglich unendlichen und gleichförmigen Universum aus.
Aber während die Urknalltheorie eine...

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Für das Leben lernen

In der Schule geht es nicht nur um Leistung, sondern auch um das gemeinsame Erreichen von Zielen

von Rabbiner Andreas Nachama

Gelegentlich wird die Öffentlichkeit aus ihrem ritualisierten Dauerdiskurs zum Schulwesen in Deutschland herausgerissen: Erst in den USA, jetzt auch hier, werden Schüler zu Killern an Lehrern und Mitschülern. Die Antworten, mit denen wir uns Sand in die Augen streuen, um dann wieder ruhig schlafen zu können, machen grausame...

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Selbstbeherrschung

Wer persönlichen Frust an seinen Mitmenschen auslässt, demonstriert nur seinen unausgeglichenen Seelenzustand

von Rabbiner Salomon Almekias-Siegl

Das Schimpfen ist eine sehr problematische Eigenschaft. Es ist eine Krankheit, von der wir alle befallen sind. Es kann das innere Gleichgewicht des Menschen und die Beziehung innerhalb der Familie und der Gesellschaft zerstören.

Wir wissen, dass viele Menschen schimpfen, wenn sie nicht bekommen,...

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Purim - Hinter der Mauer

Das Fest durfte nur im biblischen Schuschan zwei Tage lang gefeiert werden – aber nicht in West-
Berlin

von Rabbiner Andreas Nachama

Purim ist ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswertes Fest, das am 14. Adar (an diesem Donnerstag)
gefeiert wird – in manchen Orten aber auch einen Tag später. Grundsätzlich werden in der Diaspora
viele jüdische Feste an zwei Feiertagen hintereinander begangen – anders als in Israel.
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Bedauernde Mütter? Mehr Gleichstellung!

Die Diskussion um »regretting motherhood« zeigt, wie wichtig es ist, für Frauenrechte einzutreten

von Rabbinerin Alina Treiger

Eine israelische Soziologin hat in einer Studie herausgefunden, dass viele Frauen ihre Mutterschaft bedauern. Darüber wird heftig diskutiert – weniger über den Befund als über die Frage, ob man das sagen darf: Dürfen Mütter bedauern, Kinder bekommen zu haben? Aus der rabbinischen Praxis...

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Reproduktionsmedizin

Neue Wege zum eigenen Kind
Die Halacha bezieht nicht eindeutig Stellung zur Eizell- und Samenspende

von Rabbiner Nils Ederberg

Heute gibt es zahlreiche Möglichkeiten, unfruchtbaren Paaren zu helfen. Doch viele dieser Techniken werfen moralische und halachische Fragen auf.

Bei Besuchen in Israel erlebe ich immer wieder, wie selbstverständlich Menschen einander fragen, ob ihre Kinder das Ergebnis einer Fruchtbarkeitsbehandlung seien. Diese...

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Schwer zu sejn a Konvertit

Der Glaubenswechsel zum Judentum ist alles andere als eine bizarre Laune.
Eine Rabbinerin antwortet auf Sibylle Lewitscharoff

von Rabbinerin Yael Deusel

»Ein Übertritt erfordert Mut, den eigenen Überzeugungen zu folgen«: Antje Yael Deusel

In der vergangenen Ausgabe schrieb die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff über ihre Bedenken gegen die Konversion nichtjüdischer Deutscher zum Judentum. Die Bamberger Rabbinerin...

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Glauben ohne Zwang

Immer öfter wird Gotteslästerung beklagt. Doch religiöser Frieden lässt sich nicht durch Gesetze verordnen

von Rabbiner Andreas Nachama

Antiislamische Schmähvideos, Papst-Karikaturen und Kirchensatiren machen immer wieder Schlagzeilen. Für die einen sind sie freie künstlerische Meinungsäußerung, für anderen eklatante Provokation und Verletzung religiöser Gefühle. In der Folge wird immer wieder die Forderung...

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„Wir sind vier Monate hintendran“

Interview in "die tageszeitung"

Rabbiner Daniel Alter, Antisemitismus-Beauftragter der Jüdischen Gemeinde Berlin, über die Sorge, dass Flüchtlinge neuen Judenhass nach Deutschland bringen.

taz: Herr Alter, jede Woche kommen Tausende Flüchtlinge aus arabischen Ländern nach Deutschland. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hat sich besorgt geäußert, weil diese Menschen antisemitische...

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Zum neuen Jahr 5776

Von Landesrabbiner em. Henry G. Brandt - Vorsitzender der ARK

Also, wie war nun eigentlich das vergangene Jahr? Haben sich zumindest einiger der Wünsche, die wir vor einem Jahr formulierten und in die wir viele unserer Hoffnungen und Träume einbrachten, erfüllt? Die Antworten darauf werden bei jedem Einzelnen unterschiedlich ausfallen, doch gemeinsam könnte hier bei allen jüdischen Menschen sein, dass sie die Beurteilung des Gewesenen unter drei...

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Ordinationsfeier in der liberalen Gemeinde Bielefeld

Vier Rabbiner und ein Kantor sind mit einer feierlichen Ordination in der Bielefelder Synagoge in ihr Amt eingeführt worden.

Jüdische Allgemeine 31.8.2015

Die vier Rabbiner, darunter zwei Frauen, sind Absolventen des liberalen Abraham Geiger Kollegs an der Universität Potsdam. Mit Natalia Verzhbovska aus der Ukraine wird erstmals eine Frau als Rabbinerin in Nordrhein-Westfalen tätig. Sie wird für die liberalen...

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Sterbehilfe

Am Wochenende des 28. bis 31. Mai 2015 veranstalteten Rabbiner Dr. Tom Kucera und der Palliativmediziner Dr. Stephan Probst zusammen mit der ARK, dem Klinikum Bielefeld, der Zentralwohlfahrtsstelle und der Union progressiver Juden ein Seminar über Sterbehilfe. Es folgen ein Bericht über das Seminar sowie ein Artikel von Stephan Probst

Wem das Leben gehört
Rabbiner, Pfleger und Sozialarbeiter sprachen über den Tod aus...

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Erben verpflichtet

Der Nachlass der eigenen Eltern sollte auch der gesamten Gesellschaft dienen

Von Rabbinerin Elisa Klapheck


Die einen erben viel, die anderen nichts. Kann das gerecht sein? Natürlich nicht. Aber es wäre ein Fehler, in dieser Diskussion in die Falle des Neids zu gehen und Gerechtigkeit allein anhand der Höhe eines Erbes zu beurteilen. Wichtiger wäre es, den tieferen Sinn des Erbens zu verstehen, um darin Anhaltspunkte für Gerechtigkeit...

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Schawuot - Zehn Gebote

Was die Zehn Gebote heute bedeuten und warum Christen sie etwas anders wahrnehmen

Von Rabbiner Andreas Nachama

Die Zehn Gebote gelten für Juden und Christen gleichermaßen. Doch werden sie unterschiedlich wahrgenommen. Das beginnt schon mit der Zählung: Im Judentum gibt es im Vergleich zum Christentum ein gesondertes zweites Gebot, nämlich sich von Gott kein Bildnis zu machen. In der Bildhaftigkeit besteht ein starker Unterschied, insbesondere...

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Liberales Judentum in der Einheitsgemeinde

Zur Jubiläumsfeier des Egalitären Minjan in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt a. M.

Gegen Widerstände bildete sich vor 20 Jahren der Egalitäre Minjan – jetzt ist er Vorbild für andere Gemeinden

Von Martin Steinhagen (Jüdische Allgemeine)

Einheitsgemeinde war sicherlich das Wort des Abends. In allen Reden anlässlich des Festakts zum 20-jährigen Bestehen des Egalitären Minjans der Jüdischen...

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»Katholik mit großem Herzen«

Interview mit Rabbiner Henry G. Brandt über den Preisträger der Buber-Rosenzweig- Medaille und die Woche der Brüderlichkeit

Herr Rabbiner Brandt, am Sonntag wird die Woche der Brüderlichkeit in Ludwigshafen eröffnet. Die Buber-Rosenzweig-Medaille erhält Hanspeter Heinz, Leiter des Gesprächskreises »Juden und Christen« beim Zentralkomitee der Deutschen Katholiken. Wofür?

Dieser Gesprächskreis ist weltweit...

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Purim - Mit Witz und Wagemut

Die Geschichte von Esther und Mordechai zeigt, wie man auf Bedrohung reagieren soll

Von Rabbiner Boris Ronis


Purim ist ein wirklich bemerkenswertes Fest, denn es beinhaltet viel Dramatik und wird doch ausgelassen und sehr fröhlich gefeiert. Ein Fest, das uns daran erinnert, wie wir unter großer Bedrängnis dennoch überleben konnten. Es ist aber auch ein Fest, das die grausamen Jahrhunderte danach, mit all ihren Schrecknissen und...

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Gegen religiöse Verfolgung

Reformjudentum verurteilt die Verfolgung von Christen und anderen religiösen Minderheiten durch islamistische Terror-Gruppen

English below

Immer wieder haben Juden in der Geschichte Diskriminierung, Verfolgung, Gewalt und sogar Völkermord erleiden müssen, während ein Großteil der Welt, einschließlich der Gläubigen oder Angehörigen anderer Religionen untätig zugesehen haben. Wir verurteilten zu Recht ihr schändliches...

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Für eine Liturgie des Erinnerns

Kollektives und individuelles Gedenken sind zentrale Punkte im Judentum

Von Rabbiner Andreas Nachama

Kollektives Gedenken hat seinen festen Platz im jüdischen Kalender, so beispielsweise an die biblische Sklaverei in Ägypten, das babylonische Exil oder die Zerstörung des Tempels durch die Römer. In der Tora werden die Israeliten dazu angehalten, sich ihrer Geschichte zu erinnern: »Gedenke, was dir Amalek getan« (5. Buch Mose 25,17)....

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Eine Sukka auch für Flüchtlinge

Das Laubhüttenfest erinnert uns an Verfolgte in aller Welt

Von Rabbinerin Gesa Ederberg


Heute in einer Sukka zu sitzen, ist etwas ganz anderes als früher. Und damit meine ich nicht nur, dass für Kinder der Etrog größer, der Lekach leckerer und die Sukka heimeliger ist. Früher, als die Kinder aus eigenem Erleben wussten, dass Milch von der Kuh und Kartoffeln vom Feld kommen, war Sukkot als Erntefest viel realer.

Wenn...

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Gemeinsame Resolution der ARK und der Union progressiver Juden

Mit Entsetzen verfolgen wir, wie seit Jahren Raketen aus Gaza in Israel Angst, Schrecken und Tod verbreiten und als Folge auch Leid und Elend über die Bevölkerung in Gaza bringen.
Wir verurteilen die Unmenschlichkeit der HAMAS-Führung und ihrer Kämpfer, die unschuldige Zivilisten als Schutzschilde missbrauchen, Waffen und Raketenabschussrampen in zivilen Objekten wie in Schulen, Krankenhäusern und Moscheen verstecken.
Israel wurde dieser Kampf...

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Wir klagen an...

Pressemitteilung von Landesrabbiner em. Dr. Henry G. Brandt, Dr. Eva Schulz-Jander (Präsidium)
sowie der Vorstand des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich jüdische Zusammenarbeit

Die Bilder der Zerstörung in Gaza sind erschütternd. Die Bilder trauernder Mütter und Väter, die über den Tod ihrer Kinder weinen, die Verzweiflung von Kindern, die den Tod ihrer Eltern beklagen, lassen kein...

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Brauchen wir ein Oberrabbinat?

Rabbiner Henry G. Brandt in der Jüdischen Allgemeinen zur Frage, ob dem Judentum eine zentrale Autorität guttut

CONTRA

Bis die Verheißung in Erfüllung gehen wird, dass die Tora von Zion ausgeht und das Wort des Herrn aus Jerusalem, wäre das Zugestehen einer zentralen Entscheidungsvollmacht an das Oberrabbinat von Israel eine Katastrophe für die Einheit der weltweiten jüdischen Gemeinschaft.

Ausschlaggebend...

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Die Situation des liberalen Judentums in Europa

Anlässlich der Konferenz der Europäischen Union für Progressives Judentum (EUPJ) in Dresden - ein Interview mit Vize-Präsident Rabbiner Walter Homolka

Von Yvonne Jennerjahn, dpa

Herr Homolka, was sind im Moment die drängendsten Fragen für das liberale Judentum in Europa?
Das liberale Judentum ist weltweit die am schnellsten wachsende Strömung des Judentums, gerade auch in Nordamerika sind die Zuwachsraten hoch. Aber...

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Herausforderungen für das jüdische Leben in Dresden

Interview mit Gemeinderabbiner Alexander Nachama

Von Simona Block, dpa

Frage: Hat die Gemeinde ein Nachwuchsproblem?
Momentan sind wir ein bisschen auf der Suche nach der Jugend, junge Menschen fehlen besonders im Gemeindealltag. Der höhere Altersdurchschnitt ist überall spürbar. Ich bemühe mich, junge Mitglieder in die Synagoge zu bekommen, gehe mit Angeboten aktiv auf sie zu, etwa mit einem Jugendgottesdienst. Aber ich bin optimistisch, da...

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Besonderes Bewusstsein

Kollektives und individuelles Gedenken sind zentrale Punkte im Judentum

Von Rabbiner Andreas Nachama

Kollektives Gedenken hat seinen festen Platz im jüdischen Kalender, so beispielsweise an die biblische Sklaverei in Ägypten, das babylonische Exil oder die Zerstörung des Tempels durch die Römer. In der Tora werden die Israeliten dazu angehalten, sich ihrer Geschichte zu erinnern: »Gedenke, was dir Amalek getan« (5. Buch Mose 25,17)....

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Die Zeit des Omerzählens

Von Rabbiner Daniel Alter

Unsere Texte lehren oft von moralischen Höhen. Im aktuellen Wochenabschnitt lesen wir aber von moralischen Tiefen: „Wenn ihr nicht gehorcht, und diese Gebote nicht haltet, wenn ihr meine Gesetze verschmäht und meine Rechtsvorschriften missachtet, meine Gebote nicht haltet und den Bund mit mir brechet, so will ich dasselbe mit euch tun. „

Raschi interpretierte den Satz „… wenn ihr meine Gesetze...

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Frankfurter Modell

Raum für Pluralismus - Wie schon in Frankfurt beten auch in Hamburg und Stuttgart Liberale und Orthodoxe im selben Haus

»Wer die Einheit will, muss die Vielfalt suchen. Und wer die Vielfalt will, muss die Einheit suchen.« Wenn Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, für Pluralität in den Gemeinden wirbt, dann spricht er immer auch in eigener Sache. Denn seine Heimatgemeinde in Frankfurt gilt, was das Miteinander der...

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Über Abraham, Gene, Biologie und blonde Juden

Interview mit Rabbiner Andreas Nachama

Herr Rabbiner, Sie haben in einem Beitrag für die Jüdische Allgemeine über das israelische Konversionsgesetz geschrieben, dass im Sinne einer modernisierten Halacha auch die Religionszugehörigkeit des Sohnes eines jüdischen Vaters anerkannt werden sollte. Dies sei zum Beispiel »per Gentest« zu belegen. Was haben Sie damit gemeint?
Das bezog sich selbstverständlich allein auf die...

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Wiedergeburt jüdischen Lebens

Zur Eröffnung der „School of Jewish Theology“ an der Universität Potsdam

„Welch ein Wunder, welch ein Glück“, sagte eine ältere Dame, als sie das Auditorium
Maximum der Universität Potsdam betrat. Man hörte Polnisch, Hebräisch, Englisch, aber
auch viele deutsche Stimmen. Worte wie historisch, Hoffnung, Chance, Ausstrahlung und
Renaissance fielen immer wieder. Rund 400 Gäste aus aller Welt waren...

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"Leidenschaft für die Mitte"

Interview mit Rabbiner Bradley Shavit Artson über das neue konservative Rabbinerseminar für Deutschland

Rabbiner Bradley Shavit Artson über das neue konservative Rabbinerseminar für Deutschland
Herr Rabbiner Artson, am Sonntag wurde in Berlin das Zacharias Frankel College offiziell eröffnet. Was bedeutet das für Sie?

Für mich fühlt sich das wie ein Wunder an. Ich hätte niemals erwartet, dass Deutschland unser...

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An Kindes statt

Wie Orthodoxie und Reformbewegung mit Adoptionen umgehen

Von Rabbiner Adrian Schell

Eine Familie zu gründen, ist für viele Paare ein Herzensanliegen. Im wahrsten Sinne des Wortes liegt dieser Wunsch uns im Blut, und so sehr wir uns auch über die »jiddische Mamme« amüsieren mögen, ist es doch schön für uns zu wissen, dass wir unsere Traditionen und Werte an die nächste Generation weitergeben können. Nicht zu...

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Gottesteilchen

Von Rabbiner Tom Kučera  

(Anlässlich der Verleihung des Nobelpreises für Physik: Erwartung der 'Gottesteilchen' - schon in 2012?, erschienen am 4.1.2012 in der Jüdischen Allgemeinen)

Eine alte chassidische Tradition erachtet die Tora als geheimnisvoll, weil sie neben dem sichtbaren Text der Buchstaben auch den unsichtbaren Text des weißen Hintergrunds enthalte. Dementsprechend kann behauptet werden: Als die Tora dem...

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Gleichberechtigung für Schwule und Lesben?

Wo die Liebe hinfällt - Homosexualität und Halacha: Nicht nur die Reformbewegung sollte schwulen und lesbischen Juden einen Weg weisen

Von Rabbiner Andreas Nachama

Es ist keine 70 Jahre her, da waren Juden, Sinti und Roma sowie Homosexuelle gemeinsam am Anus Mundi in Auschwitz, Treblinka oder wie sonst die Unorte hießen, an denen sich der Zivilisationsbruch vollzog. Dort wurden Menschen deshalb ermordet, weil das Fundamentalgesetz der Bibel missachtet...

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Predigt zum Israel-Sonntag im Berliner Dom

Von Rabbiner Henry G. Brandt

4. August 2013

Meine lieben Anwesenden,
liebe Zuhörer,

ich entbiete Ihnen den Gruß des Friedens: Shalom.
Es ist auch heute noch keine Selbstverständlichkeit, wenn ein Rabbiner – Vertreter des jüdischen Glaubens – als Gast im Berliner Dom die Predigt hält, selbst am zehnten Sonntag nach Trinitatis, Israel – Sonntag.
Das es erfreulicherweise so ist, zeigt an, in...

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Toleranz statt Wahrheit? Eine jüdische Perspektive

Eröffnungsrede am 11. Juli der Jahrestagung der Union progressiver Juden in Deutschland in Spandau.

Von Rabbiner Walter Homolka

Wir alle halten uns für recht tolerant - oder? In dem Moment jedoch, wenn wir auf den „Anderen“ treffen, den „Fremden“, den „Andersartigen“, können wir spüren, dass es oft doch ziemlich mühsam ist, zu der Einstellung „leben und leben lassen“ zu finden.

...

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Markante Unterschiede

Die Floskel vom jüdisch-christlichen Abendland verkürzt das Judentum zum Vorform des Christentums

Von Rabbiner Walter Homolka


Ein „jüdisch-christliches Abendland“ im Sinn einer exklusiven Wertegemeinschaft mit gemeinsamen jüdisch-christlichen Werten hat es nie gegeben. Vielmehr steht das Judentum in manchem dem Islam näher als dem Christentum, meint Rabbiner Walter Homolka, Rektor des Abraham Geiger Kollegs an der...

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Verleumdung im Internet

Psst ..., schon gehört?
Shitstorm ist neu. Verleumdung und üble Nachrede nicht. Was unsere Weisen zu dem Phänomen sagen

Von Rabbiner Andreas Nachama

Es geschah in Emden: Eine per Facebook organisierte Meute versammelte sich öffentlich, um einem vermeintlichen Kindermörder mit Lynchjustiz zu drohen. Später stellte sich heraus, dass der Beschuldigte nicht der Täter war. Einige Wochen danach veröffentlichte...

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"Die Signale stehen weiterhin auf grün"

Ein Gespräch mit Rabbiner Henry G. Brandt in der "Herder Korrespondenz"

Das Urteil über die Beschneidung von Jungen und eine Reihe antisemitischer Vorfälle hatten jüngst zu Unruhe in der jüdischen Gemeinschaft hierzulande geführt. Über die Hintergründe, die gegenwärtige Situation in den Gemeinden und das christlich-jüdische Verhältnis heute sprach Stefan Orth ("Herder Korrespondenz") mit Rabbiner...

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Hoschana Raba - Die letzte Chance

An diesem Tag kann das Urteil für das kommende Jahr noch positiv beeinflusst werden

Von Rabbiner Salomon Almekias-Siegl 

Hoschana Rabba ist der letzte Tag des Laubhüttenfestes. An diesem Tag beenden wir mehrere Gebote, die Mizwot dieses Festes. Dazu gehörte, die sieben Festtage über in der Laubhütte zu sitzen und während der täglichen Gebete die Arbat HaMinim – den Strauß aus den vier Arten, nämlich Palmwedel,...

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Rosch Haschana: Es ist an uns, standfest zu sein

Von Rabbiner Henry G. Brandt

Die letzten Hohen Feiertage scheinen noch gar nicht so lange hinter uns zu liegen, und schon wieder ruft uns die ernste Jahreszeit auf, Bilanz zu ziehen. Erneut stellt sich uns die Frage nach Sünden und Fehlern, die ein Ausgangspunkt für Korrekturen und Verbesserungen sein soll. Dem Einzelnen kann man diese Aufgabe nicht abnehmen, denn ein jedes Leben unterscheidet sich von dem seines Nächsten. Als Gemeinschaft jedoch teilen wir...

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"An die kalten Buchstaben des Gesetzes geklammert"

Rabbiner Henry Brandt ist zuversichtlich, dass das umstrittene Beschneidungsurteil des Kölner Landgerichts keine Allgemeingültigkeit erhält - Interview in der Märkischen Allgemeinen

MAZ: Sehen Sie ähnlich wie die Europäischen Rabbiner das jüdische Leben in Deutschland durch das Beschneidungsurteil gefährdet?

Henry Brandt: Die Beschneidung ist ein Grundzug jüdischer Lebenspraxis. Das ist so fundamental, dass wir um keinen...

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Weit mehr als nur ein medizinischer Eingriff

Interview der Nürnberger Zeitung mit der Urologin und Rabbinerin Antje Yael Deusel


NZ: Frau Dr. Deusel, wann ist eine Beschneidung medizinisch sinnvoll?

Antje Yael Deusel: Bei einer Vorhautverengung liegt eine medizinische Erkrankung vor, die man behandeln sollte. Andernfalls kann es zum Rückstau von Harn kommen sowie zu Entzündungen im oberen Harnsystem und im Bereich der Eichel. Das ist für Kinder sehr schmerzhaft. Wenn nur eine teilweise...

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Religion in der demokratischen Öffentlichkeit

Rede anlässlich der Woche der Brüderlichkeit in Leipzig
Von Rabbinerin Elisa Klapheck


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Jung,
sehr geehrter Bischof Mussinghoff,
sehr geehrte Rabbiner beider Rabbinerkonferenzen,
sehr geehrte Vertreter der EKD und der Deutschen Bischofskonferenz,
sehr geehrte Damen und Herren,

als ich eingeladen wurde, anlässlich der Woche der Brüderlichkeit über die Bedeutung der...

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Staat und religiöse Toleranz

Von Rabbiner Walter Homolka

Seit Wochen gehen in den diplomatischen Vertretungen Österreichs und bei Bundesministerin Claudia Schmied Protestschreiben zum neuen Israelitengesetz ein, das am 3. Mai den Bundesrat passiert hat und nun bald durch Bundespräsident Fischer in Kraft gesetzt werden wird. Die Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner mit ihren 2.000 Mitgliedern gehört ebenso zu den Kritikern, wie die konservative Rabbinerversammlung Europas, die Allgemeine...

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Nur eine einzige Konfession?

Von Rabbiner Walter Homolka

Das Toleranzpatent Josefs II. war 1781 Österreich Einstieg in die religiöse Toleranz. Jetzt  will die Republik das orthodoxe Judentum zur einzig autoritativen Bekenntnisrichtung innerhalb der jüdischen Gemeinschaft machen und damit staatlicherseits den Gleichheitsgrundsatz ebenso verletzen wie die religiöse Neutralität. Das Israelitengesetz von 1890 regelte das Verhältnis der Doppelmonarchie mit der Israelitischen...

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Auch die jüdische Gemeinde braucht Pluralität

Die zuständige Ministerin sollte die Jüdische Liberale Kultusgemeinde anerkennen, damit das Judentum in Österreich wieder aufblühen kann

Von Rabbinerin Antje Yael Deusel

"Das Judentum" als monolithischen Block gibt es nicht; es besteht aus unterschiedlichen Strömungen. Das Grundrecht der Religionsfreiheit zu beachten, heißt das Recht auf diese Pluralität zu respektieren. Aus diesen Gründen fordere ich...

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Schwächen multireligiöse Feiern den eigenen Glauben?

Zwei Positionen von Rabbiner Henry Brandt und Rabbiner Andreas Nachama


Achtet Gemeinsames

Von Rabbiner Henry Brandt

Natürlich plädiere ich für interkonfessionelle Gottesdienste. Dennoch aber möchte ich betonen, dass sie nicht unter allen Umständen stattfinden sollen oder gar vertretbar seien. Eine solch komplexe Frage lässt sich nicht mit einem eindeutigen „Ja“ oder „Nein“ beantworten.
...

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Design ohne Designer

Warum Charles Darwins Theorie der natürlichen Selektion mit religiösen Vorstellungen vereinbar ist

Von Rabbiner Tom Kučera

Wenn das Wort Selektion in einer jüdischen Zeitung erscheint, denken viele so-
fort an die Schoa. Begriffe sind durch die Nazigräuel besetzt. Doch an dieser Stelle soll es um die natürliche Selektion gehen, einen Begriff, der von Charles Darwin ge-
prägt wurde. Der britische Naturforscher wurde 1809...

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BIOSPRIT - Der große Hunger

Wir gieren nach Treibstoff – Biosprit muss es sein. Doch die Feldfrüchte sollen Menschen satt machen

Von Rabbiner Andreas Nachama

Wie sollen wir die Früchte des Feldes verwenden? Als Lebensmittel für eine ständig wachsende Weltbevölkerung oder als vermeintlich sauberen Biosprit für unsere Automobile? Nimmt man die Entscheidungen der Politiker ernst, den Kohlendioxid-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu senken, dann...

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Hadassah - Ischtar - Esther

Wie das Fremde in der Megillath Esther jüdisch wird

Von Rabbinerin Elisa Klapheck

Er (Mordechai) war der Pflegevater der Hadassah, das ist Esther, die seines Oheims Tochter war... (Megillath Esther 2:7)

Der Name, den Esthers Eltern ihrer Tochter gegeben hatten, lautete Hadassah, auf Deutsch: Myrte – nicht Esther. Ihr Cousin und späterer Pflegevater Mordechai wird das Waisenkind vermutlich noch als „Hadassah“ in sein Haus...

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Leben auf Vorschuss

Nur wer übers Ohr gehauen wurde, hat Anspruch auf Schuldenerlass, sagen die Rabbinen

Von Rabbiner Walter Homolka

Die Finanzkrise der letzten Jahre geht von einer Welle zur anderen. Brach zunächst der US-Immobilienmarkt zusammen, weil immer weniger Schuldner ihre Hypotheken für ihre Eigenheime abzahlen konnten, hatte dies starke Auswirkungen auf die Stabilität der Banken. Diese hatten das Risiko ungenügend abgesicherter Hypothekenschulden...

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Erwartungen der „Gottesteilchen“ – schon in 2012?

Von Rabbiner Tom Kučera   

(4.1.2012)

Eine alte chassidische Tradition erachtet die Tora als geheimnisvoll, weil sie neben dem sichtbaren Text der Buchstaben auch den unsichtbaren Text des weißen Hintergrunds enthalte. Dementsprechend kann behauptet werden: Als die Tora dem Menschen die Eroberung der Erde auftrug, mag sie an den breiteren kosmischen Kontext gedacht haben, der viel später zum Vorschein kam: Erde, Sonnensystem,...

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Unverbindliche Feiertage?

Von Rabbiner Andreas Nachama

Feiertage unterscheiden sich von Werktagen dadurch, dass sie eine bestimmte inhaltliche Bedeutung haben. Feiertage grenzen sich von gemeinen Werktagen ab, aber sie sind auch auf Personengruppen oder Territorien beschränkt. »President’s Day« hat für die Bewohner der USA eine Bedeutung, wir in Deutschland vernehmen an diesem Tag nur in den Börsennachrichten, dass die Wall Street an diesem Tag keinen Handel treibt. So...

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Namensgebung für ein Mädchen

Von Rabbinerin Elisa Klapheck

Bis in die 70er Jahre schienen die Gottesdienste, also das was da vorne am Pult in der Synagoge in Hebräisch gesprochen und getan wurde, vor allem eine Männersache zu sein. Dann begann eine jüdische Frauenbewegung, Gleichberechtigung zu fordern bis hin zu dem Punkt, dass Frauen auch Rabbinerinnen werden können. Zugleich brach ein Strom an Kreativität frei für Rituale, welche nunmehr auch die entscheidenden Momente im...

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Unsere parallele Welt

Sind Juden hierzulande integriert? Im Prinzip ja – aber auf ihre Art

Von Rabbiner Walter Rothschild

Alle reden von Integration. Das will ich jetzt auch tun. Von der Materie verstehe ich einiges. Ich lebe als Engländer, als Jude und als Rabbiner in Deutschland – Stalin hätte mich einen »wurzellosen Kosmopoliten« genannt. Ich kenne Deutschland und seine Nachbarn gut. Allein in den vergangenen Wochen bin ich in Baden-Württemberg,...

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Profis sind gefragt

Von Rabbiner Andreas Nachama

Die Trennlinie zwischen Religionsgemeinschaften und Staat in Deutschland ist inhaltlich strikt, rechtlich bedingt und praktisch kaum wahrnehmbar gezogen. Dies findet in Staatsverträgen seinen sichtbaren Ausdruck, denn Religionsgemeinschaften, die gesetzte staatliche Bedingungen erfüllen, werden wie öffentliche Einrichtungen subventioniert.
Die Professionalisierung des öffentlichen Lebens in Deutschland hat dazu geführt,...

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Schützen und stützen

Warum stabile Familien so wichtig für das menschliche Miteinander in einer Gesellschaft sind

Von Rabbinerin Gesa Shira Ederberg

Wenn es um gesellschaftliche Debatten geht, ist ein Begriff derzeit in aller Munde: Familie. Und er wird inhaltlich der jeweiligen Diskussion angepasst. Fragt man nach dem Ursprung der Brutalität und Kriminalität von Jugendlichen, heißt die Antwort umgehend: die Familie. Wird ein neuer Fall bekannt, dass ein...

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Naturgesetz oder göttliche Kraft

Welche Erkenntnisse kann das Urknall-Experiment bringen?
Von Rabbiner Tom Kucera

Eine der ersten Mizwot, die in der Tora erwähnt werden, lautet: „Füllet die Erde und bezwingt sie“ (1. Buch Moses 1,28). Die Bezwingung (hebr. Kibusch) der Erde fordert das Verständnis nicht nur ihrer Struktur und der auf ihr herrschenden Gesetze, sondern auch das Verständnis ihrer Entstehung. Die wiederum ist mit der Entstehung des gesamten Universums...

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Wehrpflicht

Von Rabbinerin Elisa Klapheck

Nochmal zur Bundeswehrreform. Die allgemeine Wehrpflicht war nicht erst seit der Französischen Revolution eine Errungenschaft der Demokratie. Schon der Talmud debattierte über die Verantwortung ALLER in einer Kriegssituation.

Wird das eigene Land angegriffen, müssen alle Bürger und Bürgerinnen – ja, auch die Frauen – es verteidigen. Im Talmud steht: „Bei einem gebotenen Krieg zieht ein jeder...

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Konversionsgesetz

Die Frage, wer Jude ist, sollte in Israel und der Diaspora pragmatisch beantwortet werden
Von Rabbiner Andreas Nachama

Wieder einmal gibt es einen heftigen Disput zwischen Israel und der Diaspora um religiöse Grundsatzfragen. Im Mittelpunkt steht ein Gesetz, das von der israelischen Partei Israel Beitenu eingebracht wurde. Konkret geht es um die Einlösung eines Wahlversprechens an etwa 300.000 russischsprachige Zuwanderer, die nach halachischer Sicht nicht als...

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Meldungen

Beherzter Macher

Henry G. Brandt wurde am 25. September 90 Jahre alt – eine persönliche Würdigung

von Rabbinerin Elisa Klapheck

Mitte der 90er-Jahre habe ich Rabbiner Henry Brandt bei einer Tagung des wieder entstehenden liberalen Judentums kennengelernt. Unter der...

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Portrait Rabbiner Henry Brandt


Paraschat Haschawua

WAREJA

Auslegung von Rabbiner Almekias-Siegl

Früchte der Selbstlosigkeit

Gastfreundschaft und andere gute Taten werden belohnt – in der Tora gibt es mehrere Beispiele dafür

Dem Patriarchen Awraham kommt im Judentum eine besondere Bedeutung zu. Er gilt als Säule der Welt, weil ihm von Gott das Geheimnis des Lebens offenbart wurde. Es besteht in der Erkenntnis der göttlichen Gnade und Gunst. Awraham liebte diese Eigenschaften des...

03.11.2017   Lesen Sie mehr...