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Archiv - Rabbinische Kommentare


Demokratie in der demokratischen Öffentlichkeit

Rede anlässlich der Woche der Brüderlichkeit in Leipzig
Von Rabbinerin Elisa Klapheck


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Jung,
sehr geehrter Bischof Mussinghoff,
sehr geehrte Rabbiner beider Rabbinerkonferenzen,
sehr geehrte Vertreter der EKD und der Deutschen Bischofskonferenz,
sehr geehrte Damen und Herren,

als ich eingeladen wurde, anlässlich der Woche der Brüderlichkeit über die Bedeutung der...

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Staat und religiöse Toleranz

Von Rabbiner Walter Homolka

Seit Wochen gehen in den diplomatischen Vertretungen Österreichs und bei Bundesministerin Claudia Schmied Protestschreiben zum neuen Israelitengesetz ein, das am 3. Mai den Bundesrat passiert hat und nun bald durch Bundespräsident Fischer in Kraft gesetzt werden wird. Die Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner mit ihren 2.000 Mitgliedern gehört ebenso zu den Kritikern, wie die konservative Rabbinerversammlung Europas, die Allgemeine...

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Nur eine einzige Konfession?

Von Rabbiner Walter Homolka

Das Toleranzpatent Josefs II. war 1781 Österreich Einstieg in die religiöse Toleranz. Jetzt  will die Republik das orthodoxe Judentum zur einzig autoritativen Bekenntnisrichtung innerhalb der jüdischen Gemeinschaft machen und damit staatlicherseits den Gleichheitsgrundsatz ebenso verletzen wie die religiöse Neutralität. Das Israelitengesetz von 1890 regelte das Verhältnis der Doppelmonarchie mit der Israelitischen...

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Auch die jüdische Gemeinde braucht Pluralität

Die zuständige Ministerin sollte die Jüdische Liberale Kultusgemeinde anerkennen, damit das Judentum in Österreich wieder aufblühen kann

Von Rabbinerin Antje Yael Deusel

"Das Judentum" als monolithischen Block gibt es nicht; es besteht aus unterschiedlichen Strömungen. Das Grundrecht der Religionsfreiheit zu beachten, heißt das Recht auf diese Pluralität zu respektieren. Aus diesen Gründen fordere ich...

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Schwächen multireligiöse Feiern den eigenen Glauben?

Zwei Positionen von Rabbiner Henry Brandt und Rabbiner Andreas Nachama


Achtet Gemeinsames

Von Rabbiner Henry Brandt

Natürlich plädiere ich für interkonfessionelle Gottesdienste. Dennoch aber möchte ich betonen, dass sie nicht unter allen Umständen stattfinden sollen oder gar vertretbar seien. Eine solch komplexe Frage lässt sich nicht mit einem eindeutigen „Ja“ oder „Nein“ beantworten.
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Design ohne Designer

Warum Charles Darwins Theorie der natürlichen Selektion mit religiösen Vorstellungen vereinbar ist

Von Rabbiner Tom Kučera

Wenn das Wort Selektion in einer jüdischen Zeitung erscheint, denken viele so-
fort an die Schoa. Begriffe sind durch die Nazigräuel besetzt. Doch an dieser Stelle soll es um die natürliche Selektion gehen, einen Begriff, der von Charles Darwin ge-
prägt wurde. Der britische Naturforscher wurde 1809...

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BIOSPRIT - Der große Hunger

Wir gieren nach Treibstoff – Biosprit muss es sein. Doch die Feldfrüchte sollen Menschen satt machen

Von Rabbiner Andreas Nachama

Wie sollen wir die Früchte des Feldes verwenden? Als Lebensmittel für eine ständig wachsende Weltbevölkerung oder als vermeintlich sauberen Biosprit für unsere Automobile? Nimmt man die Entscheidungen der Politiker ernst, den Kohlendioxid-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu senken, dann...

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Hadassah - Ischtar - Esther

Wie das Fremde in der Megillath Esther jüdisch wird

Von Rabbinerin Elisa Klapheck

Er (Mordechai) war der Pflegevater der Hadassah, das ist Esther, die seines Oheims Tochter war... (Megillath Esther 2:7)

Der Name, den Esthers Eltern ihrer Tochter gegeben hatten, lautete Hadassah, auf Deutsch: Myrte – nicht Esther. Ihr Cousin und späterer Pflegevater Mordechai wird das Waisenkind vermutlich noch als „Hadassah“ in sein Haus...

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Tu Bischwat

Die Besser-Esser

Von Rabbinerin Gesa Ederberg


Sich bewusst zu machen, dass Nahrung keine Selbstverständlichkeit ist, sondern dass es menschlicher Arbeit und göttlicher Kraft bedarf, ist Sinn und Zweck des einfachsten jüdischen Gebetes, jeder Bracha, die wir vor dem Essen sprechen. Die Notwendigkeit des Nachdenkens ist schon gegeben, wenn wir wissen müssen, ob eine bestimmte Frucht aus der Erde stammt oder am Baum wächst.

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Leben auf Vorschuss

Nur wer übers Ohr gehauen wurde, hat Anspruch auf Schuldenerlass, sagen die Rabbinen

Von Rabbiner Walter Homolka

Die Finanzkrise der letzten Jahre geht von einer Welle zur anderen. Brach zunächst der US-Immobilienmarkt zusammen, weil immer weniger Schuldner ihre Hypotheken für ihre Eigenheime abzahlen konnten, hatte dies starke Auswirkungen auf die Stabilität der Banken. Diese hatten das Risiko ungenügend abgesicherter Hypothekenschulden...

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Erwartungen der „Gottesteilchen“ – schon in 2012?

Von Rabbiner Tom Kučera

Eine alte chassidische Tradition erachtet die Tora als geheimnisvoll, weil sie neben dem sichtbaren Text der Buchstaben auch den unsichtbaren Text des weißen Hintergrunds enthalte. Dementsprechend kann behauptet werden: Als die Tora dem Menschen die Eroberung der Erde auftrug, mag sie an den breiteren kosmischen Kontext gedacht haben, der viel später zum Vorschein kam: Erde, Sonnensystem, Milchstraße, Galaxiengruppen, Superhaufen –...

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Unverbindliche Feiertage?

Von Rabbiner Andreas Nachama

Feiertage unterscheiden sich von Werktagen dadurch, dass sie eine bestimmte inhaltliche Bedeutung haben. Feiertage grenzen sich von gemeinen Werktagen ab, aber sie sind auch auf Personengruppen oder Territorien beschränkt. »President’s Day« hat für die Bewohner der USA eine Bedeutung, wir in Deutschland vernehmen an diesem Tag nur in den Börsennachrichten, dass die Wall Street an diesem Tag keinen Handel treibt. So...

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Namensgebung für ein Mädchen

Von Rabbinerin Elisa Klapheck

Bis in die 70er Jahre schienen die Gottesdienste, also das was da vorne am Pult in der Synagoge in Hebräisch gesprochen und getan wurde, vor allem eine Männersache zu sein. Dann begann eine jüdische Frauenbewegung, Gleichberechtigung zu fordern bis hin zu dem Punkt, dass Frauen auch Rabbinerinnen werden können. Zugleich brach ein Strom an Kreativität frei für Rituale, welche nunmehr auch die entscheidenden Momente im...

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Unsere parallele Welt

Sind Juden hierzulande integriert? Im Prinzip ja – aber auf ihre Art

Von Rabbiner Walter Rothschild

Alle reden von Integration. Das will ich jetzt auch tun. Von der Materie verstehe ich einiges. Ich lebe als Engländer, als Jude und als Rabbiner in Deutschland – Stalin hätte mich einen »wurzellosen Kosmopoliten« genannt. Ich kenne Deutschland und seine Nachbarn gut. Allein in den vergangenen Wochen bin ich in Baden-Württemberg,...

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Profis sind gefragt

Von Rabbiner Andreas Nachama

Die Trennlinie zwischen Religionsgemeinschaften und Staat in Deutschland ist inhaltlich strikt, rechtlich bedingt und praktisch kaum wahrnehmbar gezogen. Dies findet in Staatsverträgen seinen sichtbaren Ausdruck, denn Religionsgemeinschaften, die gesetzte staatliche Bedingungen erfüllen, werden wie öffentliche Einrichtungen subventioniert.
Die Professionalisierung des öffentlichen Lebens in Deutschland hat dazu geführt,...

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Schützen und stützen

Warum stabile Familien so wichtig für das menschliche Miteinander in einer Gesellschaft sind

Von Rabbinerin Gesa Shira Ederberg

Wenn es um gesellschaftliche Debatten geht, ist ein Begriff derzeit in aller Munde: Familie. Und er wird inhaltlich der jeweiligen Diskussion angepasst. Fragt man nach dem Ursprung der Brutalität und Kriminalität von Jugendlichen, heißt die Antwort umgehend: die Familie. Wird ein neuer Fall bekannt, dass ein...

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Naturgesetz oder göttliche Kraft

Welche Erkenntnisse kann das Urknall-Experiment bringen?
Von Rabbiner Tom Kucera

Eine der ersten Mizwot, die in der Tora erwähnt werden, lautet: „Füllet die Erde und bezwingt sie“ (1. Buch Moses 1,28). Die Bezwingung (hebr. Kibusch) der Erde fordert das Verständnis nicht nur ihrer Struktur und der auf ihr herrschenden Gesetze, sondern auch das Verständnis ihrer Entstehung. Die wiederum ist mit der Entstehung des gesamten Universums...

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Wehrpflicht

Von Rabbinerin Elisa Klapheck

Nochmal zur Bundeswehrreform. Die allgemeine Wehrpflicht war nicht erst seit der Französischen Revolution eine Errungenschaft der Demokratie. Schon der Talmud debattierte über die Verantwortung ALLER in einer Kriegssituation.

Wird das eigene Land angegriffen, müssen alle Bürger und Bürgerinnen – ja, auch die Frauen – es verteidigen. Im Talmud steht: „Bei einem gebotenen Krieg zieht ein jeder...

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Konversionsgesetz

Die Frage, wer Jude ist, sollte in Israel und der Diaspora pragmatisch beantwortet werden
Von Rabbiner Andreas Nachama

Wieder einmal gibt es einen heftigen Disput zwischen Israel und der Diaspora um religiöse Grundsatzfragen. Im Mittelpunkt steht ein Gesetz, das von der israelischen Partei Israel Beitenu eingebracht wurde. Konkret geht es um die Einlösung eines Wahlversprechens an etwa 300.000 russischsprachige Zuwanderer, die nach halachischer Sicht nicht als...

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Österreichisches Israelitengesetz korrigiert

Brief der Präsidentin des Nationalrates

An die
Allgemeine Rabbinerkonferenz Deutschland (ARK)
Wien, 26. April [eingegangen 2.5.]

Sehr geehrte Damen und Herren!

In Beantwortung ihres Schreibens vom 19. April bezüglich der Novelle des...

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Paraschat Haschawua

BEHAR

Auslegung von Rabbiner Rothschild

Schmitta - Zwölf Monate Pause

Wie praktikabel ist das Schabbatjahr? Fragen an eine halachische Institution

Schmitta – ein Schabbat für das Land? Ein Schabbat, der ein ganzes Jahr dauert? Wie kann man sich so etwas vorstellen? Das hört sich mehr als idealistisch an, es klingt naiv und sogar gefährlich. Menschen, die wirklich mit Landwirtschaft zu tun haben, wissen, dass es unmöglich...

20.05.2012   Lesen Sie mehr...